Montag, 14. Januar 2008

Silvester und Neujahrsreise

Kurz nach Weihnachten kam Katzes Schwester nebst Gatten zu Besuch. Zum Feiern des Silvesterfestes haben wir uns in die gehmnisvolle Welt der Ninjas gewagt. In einem unterirdischen Erlebnisrestaurant wurden wir zunächst von einer Ninjaspionin in Empfang genommen, die uns durch labyrinthartige Gänge, Geheimtüren und über eine Zugbrücke in unser Separee gebracht hat. Dort wurde uns von Ninjakellnern dann ein fantastisches, mehrgängiges Menü serviert. Unten sieht man die Zubereitung des Sukiyaki, ein Gericht, bei dem man am Tisch Fleisch und Gemüse in einer süssen Sojasosse schmort. Originellerweise wurde das Flesich zunächst auf einer riesigen Wolke aus Zuckerwatte drapiert.


Am 2. Januar haben wir uns dann per Shinkansen auf große Reise begeben. Zuerst sind wir bis nach Hiroshima durchgerauscht, wo wir die Insel Miyajima samt berühmtem, roten Tor im Wasser besucht haben. Bei eisigen Temperaturen haben wir uns einige Tempel angeschaut und massig gegrillten Tintenfisch und mit süssem Bohnenmus gefüllte Waffeln verdrückt. Beim Essen wurden wir wie all die anderen tausenden Besucher an diesem Tag von zahlreichen, handzahmen Rehen durch die Strassen verfolgt.

Abends haben wir in Hirsoshima zunächst die einheimische Spezialität, Okunomiyaki, eine Art Pfannekuchen mit Gemüse und Meeresfrüchten, gegessen. Anschliessend waren wir noch in einer Kneipe, in der wir uns zum Nachtisch noch die verschiedensten Teile des Rindes, von Hirn über Pansen bis Rektum auf einem Kohletischgrill grillen konnten. Wir sind dann aber sicherheitshalber bei Filet und Schulter geblieben.
Am nächsten Tag haben wir den Gedenkpark des Atombombenabwurfs samt eindrucksvollem Museum besucht. Mittags ging die Reise dann weiter zum prächtigen Schloss von Himeji.

Abends sind wir dann in Sannomiya, einem Stadtteil von Kobe, angekommen. Nach etwas mühsamer Suche nach unserer gebuchten Herberge für die Nacht waren wir mit einer japanischen Wissenschaftlerin, die Katze über ihren ehemaligen Chef kennt, und ihrem Mann zum essen verabredet. Die beiden haben ein tolles Menü für uns ausgesucht, zum erstenmal konnten wir den berüchtigten Fugu-Kugelfisch probieren, und uns im Verlauf des Abends zu Sakekennern gemacht.

Nach dem Essen sind wir noch zu einem berühmten Tempel in Kobe gegangen, der aufgrund der immer noch andauernden Neujahrszeremonien noch abends spät geöffnet hatte. Dort haben wir "Omikuji", japanische Glückszettelchen, gezugen und uns von unserer japanischen Begleitung übersetzen lassen. Den Abend haben wir dann bei noch mehr Sake und Shochu in einer weiteren Kneipe ausklingen lassen.

Mit dem Saketrinken haben wir gleich am nächsten morgen weitergemacht, als wir eine lokale Sakebrauerei besichtigt haben. Anschliessend sind wir weiter nach Osaka gefahren, um uns das Aquarium mit einem der weltgrößten Tanks anzuschauen. Das Becken war so groß, das man manchmal sogar den riesigen, dort seine runden drehenden Walhai aus den Augen verloren hat. Leider waren mindestens soviele Besucher ausserhalb der Becken unterwegs wie Fische in den Aquarien.. Die letzte Nacht unserer Reise haben wir dann in Kurama in einem tollen Ryokan (trad. jap. Hotel) mit heisser Quelle (Onsen) verbracht. Nach unserer Ankunft wurde uns zunächst mal wieder ein reichhaltiges Abendessen auf unserem Zimmer serviert. Danach gings dann nach Geschlechtern getrennt im Adamskostüm zum Relaxen ins heisse Bad. Obwohl wir am nächsten Morgen alle total verschlafen haben, haben wir uns es nicht nehmen lassen, zum Abschluss nochmal ins heisse Dampfbad unter freiem Himmel und bei herrlicher Gebirgskulisse zu steigen. Folglich sind wir erst mittags abgereist und weiter zu unserer letzten Station, Kyoto, gezogen.

In Kyoto wollten wir natürlich dann noch in kürzester Zeit möglichst viele Tempel sehen, allerdings hatten wir nicht mit dem dort herrschenden absolutem Verkehrschaos gerechnet. Unglücklicherweise hatten wir uns nämlich dafür entschlossen einen Bus zu nehmen, und in dem standen wir dann auch erstmal lange und eng gepackt, bis wir den ersten Tempel zu Gesicht bekamen. Wir haben es dann doch noch bis zum Kiyomizudera Tempel geschafft, wo ausser uns mal wieder halb Japan damit beschäftigt war, Glückszettelchen zu ziehen.

Der Tempel ist auf einer gigantischen Holzterasse erbaut, scheint wohl besonders erdbebensicher zu sein.

Anschliessend wollten wir natürlich noch weitere Tempel und Schreine sehen, leider mussten wir aber feststellen, dass sie alle schon um halb fünf zu machen. Wenigstens hatten wir dann vor unserer Heimreise am gleichen Abend noch genügend Zeit um der Hauptbeschäftigung des reisenden Japaners nachzugehen: Souvenirs kaufen!

Sonntag, 23. Dezember 2007

Nachtrag: was die letzte Zeit so los war

leider war ich viel zu beschäftigt um meinen letzten Eintrag zu beenden. Und dabei ist es noch nicht mal Weihnachten allein, was mich grade so beschäftigt macht. Eher hänge ich mal wieder mit den Vorbereitungen für meinen Arbeitsbericht im Gruppenseminar hinter her, es geht mir eh auf den Wecker, dass das ausgerechnet am 25. und 26. stattfinden muss. Weihnachtlich fühlt sich das ganze hier im Moment eh nicht an, für die Japaner scheint Weihnachten so viel zu bedeuten wie für die Deutschen Halloween in den letzten Jahren: Hauptsache es gibt viel kitschiges Zeug, dass man kaufen (und verkaufen) kann. Dazu kommt noch, dass die Beatles Dauerberieselung jetzt auf nicht auszuhaltende Weihnachtsklänge in allen Variationen gewechselt hat. Ach, wie sehne ich mich nach dem deutschen Radioprogramm in der Weihnachtszeit: Lieber 2 mal die Stunde "Last Christmas, I gave you my heart" hören als diese weihnachtliche Suelze, die hier im Moment überall läuft. Die traditionellen Weihnachtlieder laufen hier nämlich in allen Variationen von pseudoklassisch bis technoartig verunstaltet, wo man nur hingeht, ob ins Kaufhaus oder ins Restaurant. Nervig. Der 24. ist dieses Jahr frei, weil der 23, ein Feiertag zu Ehren des Kaisergeburtstags, auf einen Sonntag fällt. Und am Dienstag geht die Arbeit ja schon wieder weiter. Zur Familie heimgefahren wird übrigens nicht an Weihnachten, sondern erst an Silvester. Das Neujahrsfest hat hier eben viel mehr Bedeutung und Tradition als die Modeerscheinung Weihnachten. Letzteres wird eigentlich nur in Familien mit Kindern gefeiert, es soll ja reichlich beschenkt werden. Ausserdem ist der 24. so etwas wie ein zweiter Valentinstag für die Verliebten. Da der Großteil meiner Kollegen sich ausschliesslich der Forschung opfert und, soweit ich in Erfahrung bringen konnte, kein "Koibito" (Liebling) zu seiner/ihrer Seite hat, werden die meisten wohl am Heiligen Abend alleine zu Hause hocken oder ins Labor gehen. Ach wie kann ich mich glücklich schätzen, dass ich meine Katze hier habe und wir zusammen Weihnachten feiern können. Auch wenn wir natürlich beide gerade um die Weihnachtszeit großes Heimweh nach unseren Familien und deutschen Köstlichkeiten und Traditionen verspüren. Dann machen wirs uns morgen halt zu zweit gemütlich. Mal sehen ob Katze bis morgen Rotkohl und Zimtsterne aufgetrieben hat.
Zum Schluß gibts jetzt noch ein paar Bilder vom letzten Wochenende. Da waren wir auf Enoshima, einer kleinen Insel vor Kamakura.




Mittwoch, 19. Dezember 2007

Weihnachtsstress (ohne Plätzchen)

Bin mal wieder in den letzten Tagen garnicht zum Bloggen gekommen, das werde ich heute mal nachholen, auch wenn ich heute mal wieder eigentlich keine Zeit habe. Typisch Tokyo, stelle ich fest, man ist immer "totemo isogashii", sehr beschäftigt, gerade am Jahresende. Ist in der Heimat ja auch nicht anders in der vorweihnachtlichen Zeit, allerdings hat das hier nichts mit Weihnachten zu tun. Wann ist eigentlich Weihnachten? Montag? Da kann ich nicht... Lohnt sich eh nicht für den einen Tag: Dienstag bis Donnerstag ist ja Gruppenseminar, und ich hab noch ne Menge im Labor zu tun bis dahin, vom Schreiben meines Berichts ganz abgesehen. Also lassen wir Weihnachten doch einfach mal ausfallen... STOP! Jetzt mal ganz yukkuri (gemächlich) mein liebes Würstchen... Vielleicht sollte ich mal nen Gang zurück schalten, bevor ich noch zum Japaer mutiere. Aber leider bleibt mir jetzt selbst keine Zeit mehr meinen Tee aus der "1111 Jahre Bad Bodendorf" Tasse auszutrinken und diesen Beitrag zu Ende zu schreiben, weil wir heute Putztag im Labor haben und da ist jeder generalstabsmässig verplant. In einer Exceltabelle, die in Sachen Komplexität locker mit der Planung der Fussball-WM mithalten könnte, ist jede Minute der putzaktion genau verplant. Meine Aufgaben sind unter anderem: Den Entsorgungsabzug putzen, draussen vor dem Lösungsmittellager Laub zusammen kehren und die Regale im Labor abzuwischen. Kaschikomarimaschita ("Zu Befehl"). Und wie ich das japanische Chaos kenne, sieht es wahrscheinlich nachher genauso aus wie vorher, die Regale sind immer noch alle vollgemüllt, den ekligen Boden bekommt man eh nicht sauber und die kaputten Geräte werden auch nicht aussortiert. Aber Hauptsache die Excel Tabelle ist abgearbeitet.. Ich schreite dann mal zur Tat und schreibe dann nachher weiter, dann gibts auch einen kleinen Abriss über die Geschehnisse der letzten Tage und warum mein Fahrrad mir wieder Kummer bereitet.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Fuji-san!

Bei allerbestem Wunderbärchenwetter haben wir heute zum ersten Mal den 100 mk entfernten Fuji von unserem Balkon aus gesehen! Habe sogleich die Kamera gezückt, damit meine treuen Leser an diesem ergreifenden Anblick teilhaben können.
Und weil es solch einen Spass macht mit Photoshop rumzuspielen, habe ich mich gleich mal mehr oder weniger künstlerisch am heiligen Fuji-san vergangen...


Montag, 3. Dezember 2007

100% Japan

Freitag abend hatten wir die seltene Gelegenheit ein Konzert traditionell japanischer Musik zu besuchen. Die nette Dame aus dem Gemeindezentrum, mit der Katze Samstags immer Japanisch übt, hatte uns erfreulicherweise freien Eintritt verschaffen können, da ihre Schwägerin der Star des Abends war. Ohne viel Ahnung davon zu haben, was uns erwarten würde, nahmen wir gespannt im fast ausverkauften Konzertsaal Platz. Wir wussten vorher nur, dass die besagte Schwägerin eine virtuose Koto-Spielerin sein soll und Google erklärte uns das Koto Instrument als eine Art japanischer Zither. "Na toll", hatte ich mir gedacht, "hören wir uns halt mal die japanische Zither an", und mir das Ganze eher als Volksmusikveranstaltung vorgestellt. Mit Musikantenstadl hatte es aber zum Glück nichts zu tun und sollte uns eher einen Einblick in eine Art von Musik geben, mit der wir vorher noch nie in Berührung gekommen waren. Das Konzert entpuppte sich als hoch interessantes Hörvergnügen und die Eindrücke reichten von sehr exotisch über "klassisch-klassisch", teils sogar rockig bis ungewollt komisch.

Die Künstlerinnen betraten nun in feinsten Kimonos die Bühne und nahmen an ihren Instrumenten Platz. Sie hatten aufwendige hochgesteckte Frisuren und ihre fast weiss geschminkten Gesichter zeigten diese typisch ausdruckslosen Mienen, die auch Markenzeichen der stolzen Geishas sind.
Im ersten Stück spielten drei Damen eine Art japanische Mandoline, die nicht mit den Fingern direkt sondern einer Art Spachtel (meinetwegen auch Pfannenwender oder Tortenheber) gespielt wird. Drei weitere Musikerinnen und der Star des Abends spielten das Koto Instrument. Und das mit vollem Körpereinsatz! Die auf Gestellen liegenden Instrumente sind nämlich relativ lang (fast 2m) und am einen Ende werden die Saiten mit einer Arte künstlicher Fingernägel gezupft, in Richtung des anderen Endes wird die andere Hand dafür benutzt mit verstellbaren Stegen die Tonhöhe zu ändern oder die gespielten Töne durch federndes Drücken der Saiten zu einem Leiern zu modulieren. Diese leiernden Töne sind für das westliche Ohr zunächst höchst seltsam, man gewöhnt sich aber daran, wenn man allmählich merkt, wie harmonisch sie sich in das gesamte Musikstück einfügen.
´
Irgendwann fingen die Damen dann auch an zu singen, und zwar mit meist tiefen Stimmen auf eine sehr seltsam Choral-artige Weise. Das Ganze hat sich wirklich faszinierend angehört und plötzlich hatte ich endlich wieder das Gefühl trotz aller Verwestlichung ganz tief im mysteriösen Japan zu sein.

Das zweite Stück hat die Koto-Solistin dann alleine gespielt und ist dabei zur Höchstform aufgelaufen. Auch bei diesem Stück fing sie nach einiger Zeit wieder an zu singen, obwohl ich zuerst die Befürchtung hatte, sie würde an akutem Schluckauf leiden. Der Text besand nämlich nur aus der Silbe "Yo", zuerst leise ausgestoßen, dann immer lauter bis sie es in verschiedenen Tonlagen und Längen fast geschriehen hat. Dazu ist auch ihr Spiel auf dem Koto immer rasanter geworden.

Ich konnte mir dann ein breites Schmunzeln nicht verkneifen, da ich unweigerlich an Hape Kerkelings "Hurz" denken musste...


Danach füllte sich die Bühne wieder mit über 20 Musikerinnen, die ein rein instrumentales Stück spielten. Das letzte Stück glich eher einer Oper, diesmal waren auch männliche Sänger dabei und in Sachen Instrumente gesellte sich noch eine Querflöte dazu, die, meiner Meinung nach, extrem schräge Töne produzierte.

Insgesamt waren wir aber beide begeisert und haben und nachher bei der netten Dame aus der Gemeindegruppe für die Einladung bedankt.

Samstag habe ich dann nur mit Japanischlernen verbracht denn Sonntag bin ich zur großen Japanischprüfung angetreten. Wahnsinn, was da los war! Man hatte das Gefühl, dass alle Ausländer Tokyos an einem Platz zusammen gekommen sind. Es waren sicher über tausend Leute, die alleine an diesem Standort an dem Test (in verschiedenen Schwierigkeitsgraden) teilgenommen hatten. Da es verständlicherweise schwierig, ist eine solche multikulturelle Meute zu disziplinieren, unterliegt die Teilnahme an dem Test extrem strengen Regeln: alles ist zeitlich bis auf die Sekunde geplant, überall stehen Helfer in schwarzen Anzügen, die einem den Weg zum richtigen Prüfungsraum und nummerierten Sitzplatz weisen, alle Ansagen zum Test kommen standartisiert von CD und am Anfang werden erstmal die Konsequenzen jeglicher Regelverstöße verkundet (alles natürlich auf Japanisch). Die Gelbe Karte gibts für unerlaubtes schwätzen, aufstehen, essen, trinken, Kaugummi kauen und die Rote Karte und sorfortiger Rauswurf droht bei Täuschungsversuch oder wenn während der Hörverständnisübung das Handy klingelt. Man konnte echt meinen, die Regeln hätten wirklich jede Eventualität erfasst, allerdings sind in unserem Prüfungsraum dann doch zwei Ereignisse vorgefallen, die sicherlich ab nächstem Jahr Eingang in das Regelwerk finden werden. Zum einen sind einige Leute ganz schön aus der Ruhe geraten, als eine riesige Hornisse ihre Runden durch den verschlossenen Raum gedreht hat, zum anderen hat der Grammatikteil einen der Teilnehmer anscheinend so gelangweilt, dass er eingeschlafen ist und durch lautes Schnarchen für Gelächter gesorgt hat.

Ich hatte mich ja etwas überambitioniert gleich für die nächstschwierigere Stufe angemeldet, was mich in den letzten Wochen ganz schön hat büffeln lassen. Bei Vokablen, Kanji und Grammatik habe ich mich dann aber garnicht so dumm angestellt (sagt mir mein Gefühl). Allerdings ist der Hörverstehensteil wohl ziemlich in die Hose gegangen: Dort kamen in kurzer Abfolge über zwanzig kleine Dialoge und nach jedem musste man auf eine Frage eine von 4 möglichen Antworten auswählen. Und diese Dialoge waren mir (noch) ein bisschen zu tricky. Meist kamen die Themen aller möglichen Antworten im Dialog vor und man musste schon genau verstehen ob zB der Mann zuerst einkaufen geht und dann das Auto wäscht oder doch vorher noch die Waschmaschine repariert oder ob er das alles erst macht nachdem er seine Tante angerufen hat...
Naja, mal sehen, vielleicht konnte ich in den anderen Teilen genug Punkte sammeln. Die Probleme beim Hörverstehen haben mir aber klar gemacht, dass ich dringend ein neues Werkzeug zum Japanischtraining brauche: Einen Fernseher. Yippih! Dann kann ich mir endlich auch die bloedsinnigen japanischen Spielshows anschauen und Katze kann Sailormoon gucken...

Donnerstag, 29. November 2007

Unheimliche Begegnungen

So langsam gewöhnt man sich hier ja an fast alles, was man so zu sehen bekommt. Die meisten Skurrilitäten fallen mir meist garnicht mehr bewußt auf, aber gestern war wieder so ein Tag an dem mir so einige Sachen ins Auge gesprungen sind. Zum Beispiel die Schuluniformen der Grundschulkinder. Auf dem Weg zum Japanischunterricht sass ich in der U-Bahn inmitten einer Horde von uniformierten Schulkindern. Dabei kam ich mir vor wie in einer Mischung aus Militärschule und Judendfeuerwehr um die Jahrhundertwende. Während die Schuluniformen der älteren Schüler eher schlicht sind - die Jungs tragen  weiße Hemden und dunkle Hosen, die Mädchen weiße Blusen und verboten kurze Röcke, dazu meistens eine dunkle Krawatte - ist das Design der Uniformen für die Schulkinder oft sehr auffällig. Jungs wie Mädchen tragen besonders lustige Hüte, die Mädchen meist mit rundem Rand und Schleifchen, die Jungs tragen Mützen, wie sie sonst nur bei Polizei oder Militär zu finden sind. Und oft sieht das ganze aus wie aus einem anderen Jahrhundert. Während mir trotz dicker Jacke langsam kalt wird, sind die Schulkinder erstaunlicherweise noch in kurzen Hosen bzw Röcken unterwegs, und das Temperaturen um die 10 Grad. Ich habe im Netz ein entsprechendes Bild gefunden, allerdings hatten die Jungs in der U-Bahn gestern noch viel abgefahrenere Hütchen auf:


(geklaut von http://www.japan-101.com/culture/sailor_girl.htm)

Abends habe ich übrigens noch eine eher unheimliche Begegnung habt: Ist euch schonmal auf einem schlecht beleuchteten Bürgersteig eine komplette Footballmanschaft in Uniform - also mit diesen riesigen Schulterschützern - per Fahrrad entgegengekommen? Im Dunkeln hatte ich zuerst die Befürchtung aus dem nahen Ueno-Zoo sei die Nashornherde ausgebrochen... Sollte ich mal meinen Lieblingspolizisten melden, dass da jemand ohne Licht am Rad untwerwegs ist...

Freitag, 23. November 2007